Aufsteigende Feuchtigkeit

Aufsteigende Feuchtigkeit in Gebäuden lässt sich als vertikaler Fluss von Grundwasser durch durchlässiges Mauerwerk nach oben definieren. Das Wasser steigt durch die Poren (Kapillaren) im Mauerwerk, in einem Prozess, der auch als Kapillarität bekannt ist. Anders ausgedrückt, das Mauerwerk hat die Eigenschaften eines Dochtes.

Die Höhe, auf die das Wasser ansteigt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig, einschließlich der Porenstruktur und der Verdunstungsrate. Mauerwerk mit einem großen Anteil von feinen Poren erlaubt es dem Wasser höher aufzusteigen, als grobporöses Material. Das Wasser wird also in den feineren Poren aufgesogen, nicht in denen mit größerem Durchmesser. Die durchschnittliche Größe von Poren in Mauerwerk ergibt eine theoretische aufsteigende Feuchtigkeit von 1.5 Metern. Wo allerdings die Verdunstung erheblich beeinträchtigt ist, z.B. durch Verwendung von undurchlässigen Membranen, kann Feuchtigkeit bis auf über 2 Meter ansteigen.

Die Hauptwege, auf denen das Wasser aufsteigt, sind die Mörtelfugen. Damit Wasser durch die Ziegel aufsteigen kann, muss es die Mörtelfugen durchqueren. Damit stellen die Mörtelfugen den einzigen kontinuierlichen Weg dar, auf dem Wasser im Mauerwerk aufsteigen kann. Wenn ein Haus aus undurchlässigen Ziegeln gebaut ist, kann Wasser immer noch durch die Mörtelfugen aufsteigen. Wenn aber undurchlässiger Mörtel verwendet wird, steigt kein Wasser auf, selbst wenn die Ziegel selber sehr porös sind. Die Mörtelfugen sind daher bei der chemischen Behandlung aufsteigender Feuchtigkeit besonders wichtig.

Grundwasser

Grundwasser enthält geringe Mengen löslicher Salze, darunter Chloride, Nitrate und Sulfate. Diese steigen im Wasser gelöst durch das Mauerwerk auf und bleiben bei der Verdunstung als Rückstände zurück. Nach vielen Jahren aktiver aufsteigender Feuchtigkeit sammeln sich große Mengen dieser Salze im Mauerwerk und in den Fassaden bzw. Dekorationen an, wo sie meist in einem generellen „Salzstreifen“ in Maximalhöhe der Feuchtigkeit konzentriert sind. Oft befinden sich Konzentrationen dieser Salze auch sehr weit unten an der Mauersohle. Sowohl Chloride als auch Nitrate haben im Allgemeinen hygroskopische Eigenschaften, d.h. sie können Feuchtigkeit aus der näheren Umgebung absorbieren, und allgemein lässt sich feststellen, dass je höher der Salzgehalt, desto größer die Absorptionsrate von Feuchtigkeit, insbesondere bei hoher Luftfeuchtigkeit. Es ist also möglich, dass die aufsteigende Feuchtigkeit zwar durch Einsetzen einer instandsetzenden Feuchtigkeitssperrschicht verhindert wurde, das Mauerwerk und ggf. befallene Fassaden bzw. Dekorationen aber aufgrund der Salze weiterhin feucht bleiben.

Feuchtigkeitskontrolle

Zur Wiederherstellung einer „trockenen“ Mauer und einer Oberfläche, die für Fassaden bzw. Dekorationen geeignet ist, besteht das batisecc C-System aus zwei grundsätzliche Verfahren:

  1. Die Einsetzung einer chemischen Feuchtigkeitssperrschicht.
  2. Das Entfernen von verunreinigtem Putz/Dekorationen und Ersatz durch Spezialputz,um zu verhindern, dass bleibende Restfeuchtigkeit und verunreinigende Salze vom unterliegenden Mauerwerk in die neuen Oberflächen aufsteigen.